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Unser Herz schlägt...

Moderation Projektgottesdienst im März - Hey, it's me! (Foto: © www.herzschlag.me)
Moderation Projektgottesdienst im März - Hey, it's me! (Foto: © www.herzschlag.me)

Mittlerweile wissen sicher die meisten, dass ich Theologie studiere. Und sicher können auch viele ahnen, dass es wie bei anderen Studiengängen sehr theorielastig und praxisfern ist. Aus diesem Grund sehnte ich mich nach den ersten Semestern danach, irgendwie aktiv zu werden. In Leipzig musste ich mich so schon erst einmal orientieren, da fiel es schwer, auch noch einen passenden Platz als Ehrenamtliche zu finden. Die Suche in Nordhausen gestaltete sich gar nicht so einfach, als ich erst einmal in den 'normalen' Kirchgemeinden nachfragte. Die Konfirmanden und Kindergruppen trafen sich meist unter der Woche, wenn ich in Leipzig war. Ein Pfarrer ließ dann aber einmal den Begriff 'Jugendkirche... mit Band und so' fallen. Waaaas? Warum sagt mir das keiner? Und tatsächlich, beim Googeln fand ich die Herzschlag-Jugendkirche. Mit Verstärkung an der Hand marschierte ich zum nächsten 'faithtime', einem Jugendgottesdienst. Ich war überrascht, wie viele Jugendliche sich dort einfanden, wie emsig alle unterwegs waren und sich bemühten, wie liebevoll und mit Details der Gottesdienst gestaltet wurde. Eine eigene Band, eine Theatergruppe, ein Bistro. Ja, sicher nicht alles perfekt strukturiert und ausgestaltet aber die Kinnlade hing auf dem Boden. Keine zwei Wochen später saß ich dann an einem Sonntagnachmittag mit beim 'heartbeat' - einem engen Mitarbeiterkreis von jungen Erwachsenen - und fing an, zu planen und zu organisieren. Wenig später übernahm ich dann die Bistro-Gruppe und kochte mit ihnen leidenschaftlich. Wraps, Burger, Eintöpfe, Brownies, Cookies... alles mögliche wurde mit viel Liebe gemacht und verkauft.

Action-Freizeit in Österreich

Schnell merkte ich, dass ich mehr wollte. Näher dran sein, gemeinsam schaffen, gemeinsam erleben. Schließlich trafen wir uns, um eine Action-Freizeit zu planen, die mit 25 Jugendlichen im Sommer stattfinden sollte. Unter dem Thema 'echt sein' verbanden wir die wirklich aufregenden und prägenden Erlebnisse und inhaltlichen, christlichen Andachten. Auf dem Weg zum Gipfel überlegten wir, wie man Gott überhaupt 'echt nah' sein kann. Oben angekommen, blieb uns die Spucke weg angesichts der überwältigenden, massiven Natur. Am Fluss sprachen wir darüber, was 'echt scheiße' ist und warfen wortwörtlich die Steine, die wir mit uns herumtrugen in den Wildwasserbach.

Beim Wildwasserrafting, Canyoning, Klettern, Gipfelbesteigen und Abseilen kamen wir wirklich gemeinsam mit den Jugendlichen an unsere Grenzen. Wir sahen echte Tränen, echten Schweiß, echte Verzeiflung, echtes Glück und vor allem - echte Charaktere. Denn was uns wirklich bei aller Planung am Herzen lag, war, dass man sich nicht mehr verstellt. Nicht cool tut, sich nicht hinter Make-Up und Klamotten versteckt, sondern echt ist. Für mich war es so wunderschön, in wenigen Tagen mit allen zusammenzuwachsen. Diese Erlebnisse zu teilen, gemeinsam beim Grillen zu singen, gemeinsam zu beten und Gott nah zu sein. Da wir auch viele nicht christliche Jugendliche dabei hatten, erinnerte ich mich selbst erst einmal wieder daran, wie schwer das eigentlich ist, sich selbst zu finden und sich dann auch noch für einen Weg mit Gott zu entscheiden. Jesus kennenzulernen. Das kostet Zeit, Kraft und Überwindung. Man muss erst einmal etwas darüber erfahren, dem Ganzen näher kommen. Ich denke, dass das nur in Gemeinschaft funktionieren kann, wenn man jemanden an der Hand halten kann, der mit einem von der Klippe springt und ins eiskalte Gletscherwasser taucht. Aber auch wieder auftaucht sich dann in der Sonne wieder aufwärmt.

Das Herz schlägt weiter...

Herzschlag wächst, verändert sich und gedeiht. Jugendliche werden erwachsen, gehen weg, kommen manchmal wieder, neue Generationen wachsen nach. Es ist spannend, diese Prozesse zu beobachten, aber es ist auch schwer, sich neu zu strukturieren. Denn eine große alte Kirche wird für viel Geld zur Jugendkirche umgebaut, neue Hauptamtliche kamen hinzu, eine richtige Gemeinde ensteht, man möchte einen Gemeindebrief (Herzblatt), neue Freizeiten organisieren. Und man braucht immer Menschen, die mit ihrem Herzblut Liebe und Kraft investieren. Wir merken, dass alte Teamstrukturen neu definiert werden müssen, dass Jugendliche neue und andere Ideen und Bedürfnisse haben. Da ist es wichtig, nicht stehenzubleiben, sondern für Neues offen zu sein, sich Traditionen aber auch zu bewahren. Ich bin gespannt, was die Eröffnung der Jugendkirche - einer richtigen Kirche - mit sich bringt. Gewiss ist, man muss den Wandel auch willkommen heißen.

Open Air

Neu war auch der Open Air Gottesdienst am letzten Wochenende. Ein Videoclip, der nicht abgespielt werden konnte, eine halbvollständige Band, ein Predigercontest, eine Publikumsaktion... das waren viele Dinge, die mich beschäftigt haben. Aber die irgendwie funktionierten. Auch wenn nicht alles perfekt war (und generell finde ich absolute Perfektion nicht richtig), war es schön und aus vielen Dingen kann man lernen. Sehr gut sogar. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt - das war unser Motto. Das Publikum hatte definitiv Spaß und wir auch.

Wenn du willst...

Du merkst, irgendwie bedienen wir nicht ganz klischeehafte Vorurteile. Wir machen sogar sehr coole, schöne und liebevolle Sachen. Es wird bestimmt nicht langweilig mit uns... und wir freuen uns immer, auch 'mal ein neues Gesicht zu sehen. Wenn Du interessiert, neugierig oder auch verärgert bist, dann komm doch einfach mal vorbei.

Mehr erfährt man direkt bei Herzschlag.

Ich hoffe, Du bist neugierig, wie "unsere Kirche", hier noch mitten im Bau, aussehen wird. Lass Dich doch am 31.10.2017 um 15 Uhr überrraschen!

So, das war ein ganz kleiner Auszug aus dem Herzschlag-Leben. Lass mich doch gern wissen, ob Dich das interessiert! Vielleicht gibt es dann in nächster Zeit tiefere Einblicke und ich kann noch genauer erzählen, was wir machen und wie alles vorangeht.

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