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Tallinn - Estonia Traveldiary Pt. 3

Foto: Martin Nõgu
Foto: Martin Nõgu

Tallinna Linnahall

Nach einem Nachmittag auf der Suur Tôll und einem Spaziergang am Strand kamen wir zur Tallinna Linnahall. Dort sind riesige Mauern voll mit Graffiti. Ich bin sehr froh darüber, Bilder mit diesen Kunstwerken zu haben, denn die wird es nicht mehr lange geben. Für viel Geld sollen die Mauern gereinigt werden und in tristem grau bleiben. Ich finde es sehr schade, denn die Graffitiwände sind wirklich ein Hingucker.

 

An diesem Tag war es windiger und kälter als zuvor. Ich bin bis dato noch nicht auf die Idee gekommen, unter meine Hose eine Strumpfhose anzuziehen, drum liefen wir zurück Richtung Altstadt, um ein warmes gemütliches Café zu finden. So kamen wir in das wirklich schöne Café „Kehrwieder“ (ja, das kommt aus dem Deutschen!) und tranken Ingwer-Kräutertee. Das tat gut! Zudem machte die Seeluft soo müde…

Foto: Martin Nõgu
Foto: Martin Nõgu

Kadriorg

Foto: Martin Nõgu
Foto: Martin Nõgu

Ein weiterer sehr schicker Teil Tallinns ist „Kadriorg“. Wenn man dort ankommt sieht man, dass dort eher „die Schönen und Reichen“ wohnen, wie man so schön sagt. Aber wie überall in Tallinn ist es einfach sehr gepflegt. Große Parkanlagen mit kunstvollen Blumenbeeten und ein kleiner Teich mit Pavillon laden zum Spazierengehen ein. Ein kleines Wäldchen und ein Bächlein säumen den Weg zum Präsidentenpalast. Die Gärten daneben sind für Besucher zugänglich. Hier ist eines meiner Lieblings-Herbstbilder entstanden, unter einem Himmel aus Laub.

 

Läuft man eine Allee weiter Richtung Meer, so kommt man zur „Russalka“, die an den Untergang eines russischen Marineschiffes erinnert und von einem estnischen Bildhauer geschaffen wurde.

Foto: Martin Nõgu
Foto: Martin Nõgu

Wir liefen über den Strand zur riesigen Musikfestanlage. Dort finden große Open Air Konzerte statt aber bekannt ist es vor allem für ein Event, das alle zwei Jahre stattfindet. Gefühlt ganz Tallinn kommt an diesem Tag dort zusammen und es gibt kein Stück Rasen, das dann nicht besetzt ist. Chorsänger aus verschiedenen Nationen kommen nach Tallinn und werden vorher auch ausgewählt, um traditionelle estnische Lieder zu singen und zum Schluss die Hymne. Dieses Ereignis rührt Sänger und Zuschauer zu Tränen, weil es für die Esten eine große Bedeutung hat. Ein Dirigent leitet einen Chor mit tausenden Sängern – das ist wirklich einzigartig.

 

Danach liefen wir zum Obelisken inmitten der sowjetischen Gedenkstätte Maarjamäe, die das größte Ehrenmal für die Rote Armee in Estland ist. An diesem Teil der Stadt, der direkt am Meer liegt, sollte einmal damit begonnen werden, eine Brücke nach Finnland zu bauen, jedoch stellte man schnell fest, dass der Boden zu sandig ist. Bis 2030 jedoch soll ein Tunnel durch das Meer gebaut werden, wodurch man dann in kürzester Zeit im anderen Land sein würde. Sehr viele Esten arbeiten dort und das wäre für viele eine enorme Erleichterung.

 

Im Souvenirshop wurden die letzten Postkarten gekauft und danach ging es wieder zum Renard Coffeeshop zum Aufwärmen und Schreiben – mit einem leckeren Kaffee.

 

Telliskivi

Anschließend sah ich dann noch einen weiteren und sehr besonderen Teil Tallins – den Telliskivi. Dieser Teil ist wie eine eigene, kreative Künstlerstadt. Es gibt viele verschiedene Shops, in denen man besondere, vor allem moderne handgemachte Sachen kaufen kann. Das muss man wirklich sagen: Die Esten machen etwas aus ihrem Handwerk. Für meine Nichte kaufte ich ein süßes herbstliches Cordkleid und zum Essen nahmen wir aus einer tollen Bäckerei ein dunkles, süßliches Brot mit. Auch dort findet man an einigen Wänden diese Grafitti-Kunstwerke. Es ist etwas schrill, aber einfach „cool“.

 

So, das war der letzte Streich. Ich bin beeindruckt von Estlands Schönheit und dankbar, dass ich diese Reise machen konnte. Nun kehrt erst einmal einige Zeit Ruhe in dieses "Travellife", denn aktuell ist eher "Studylife" angesagt. Danke, dass ihr diese Reise mit mir noch einmal gemacht habt!
Suured tänud Martinile, kelleta ei oleks ma Eestiga sellisel viisil tutvunud. Ta näitas mulle kõiki erilisi kohti ning tegi sellest ainulaadse ja imelise reisi.

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