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Tartu - Estonia Traveldiary Pt.2

Universität Tartu (Foto: Sten Lauba)
Universität Tartu (Foto: Sten Lauba)

Nach ein paar Tagen in Tallinn stiegen wir in den Zug nach Tartu. Erst einmal war ich total überrascht über den Preis. Man fährt so komfortabel und so schnell in etwas mehr als zwei Stunden in die zweitgrößte Stadt Estlands für wenig Geld (im Verhältnis zu DB-Preisen) und das Gute ist: Studenten bekommen Rabatt.

Am Freitag kamen wir dann gegen Mittag in Tartu an und liefen nur 10 Minuten bis zum "ersten 5 Sterne Hostel in Estland". Ich war gespannt. Und tatsächlich: Das Hektor Design Hostel war irgendwie schlicht und einfach aber durch knallige Farben und praktische, moderne Elemente so schick wie ein Hotel. Zum Wohlfühlen gemacht. Okay ich muss zugeben: Wer Ikea-Möbelhäuser nicht mag, wird es eventuell nicht all zu lang dort aushalten. Für eine kleine Stärkung zum Mittagessen kann man gut und gern in das nette Bistro am Eingangsbereich gehen. Auch hier gilt: Simpel, aber gemütlich und lecker.

Apgraaditehas

Ähnlich dem Telliskivi in Tallinn findet man auch in Tartu (praktisch neben dem Hostel) eine Künstlerszene, einen hippen Innenhof mit Gebäuden, in die man einfach hineinspazieren kann. Dort gibt es nette Restaurants und Bars, Geschäfte mit handgemachten Klamotten und an den Außenwänden prächtige, stilvolle Grafitti. Zudem kann man an den Abenden zu verschiedenen Musikveranstaltungen gehen.

Zu Fuß erkundeten wir die Stadt weiter und liefen Richtung Altstadt. Dabei überquerten wir den Fluss Emajõgi. Schon beim Laufen über die Brücke fiel mir auf, dass alles mit wunderschönen Blumen berflanzt ist und der Park, welcher sich am Fluss entlangzieht, total gepflegt ist. Die Anlagen blühten trotz der schon herbstlichen Temperaturen. Im Park war es ganz ruhig, man hörte nur die Enten quaken und weiter entfernt das Getummel der Altstadt.

Ülejõe park

Foto: Martin Nõgu
Foto: Martin Nõgu

Exploring Old Town and Raekoja plats

Auch an diesem Tag fand der Tanz der Füchse statt und dreimal zogen Schulklassen lustig bemalt und in schrägen Outfits mit schrägen Gesängen an uns vorbei. Aber das zauberte in die manchmal so ernsten Gesichter ein zartes Lächeln.

Der Rathausplatz ist sehr groß, mit einem Bilderrahmen für typische Touristenfotos. Der Platz wird von Cafés jeglicher Art gesäumt und auch die Souvenirläden finden hier ihren Platz. Diese sind übrigens meiner Meinung nach ganz anders als deutsche Souvenirläden. Es gibt viele handgemachte Dinge, wie gestrickte Handschuhe und Mützen. Zudem findet man hübsche Bernsteinketten- und Armbänder, die tatsächlich aus estnischem Bernstein gefertigt werden. Mir persönlich haben es die Anfertigungen aus Holz angetan. Untersetzer aus Holz mit hunderten kleiner Holzherzen und Holz-Schlüsselanhänger mit unterschiedlichen Prägungen kamen mit ins Gepäck.

Schließlich wurde es 'mal wieder Zeit - für Kaffee. In Estland gibt es mittlerweile einige besondere Coffeeshops, die mit voller Leidenschaft und Hingabe Kaffee machen. So gingen wir zu "Säde", wo auch der Kuchen sehr lecker war.

Toomemägi park

Nach der Stärkung ging es wieder an die frische Herbstluft und weiter hinauf auf einen Berg, wo sich wieder ein hübscher Park befindet. Bei dem Sonnenschein tummelten sich dort einige Fotografen und Blogger, die im Laubgetümmel Fotos machten... wie wir am nächsten Tag ;-) In dem Park befindet sich auch eine Ruine der alten toomkirik (Domkirche). Es sieht idyllisch und etwas verwunschen aus. Es war herrlich dort lang zu laufen - mitten in der Stadt so ein großer Fleck Natur.

Nach einem entspannten Wochenendauftakt liefen wir zurück zum Hostel und schnappten uns auf dem Weg etwas Sushi. In dem hippen vine store nebenan gab es auch noch etwas Heimat, einen deutschen Wein, zu kaufen. Perfekt für einen gemütlichen Abend.

Am nächsten Morgen gab es ein kleines Frühstück im Hostel-Café und danach kam Sten Lauba vorbei und schoss mit mir bzw. für mich tolle Bilder für den Blog. Sten ist eigentlich ein Landschaftsfotograf, übt sich aber auch in der Portraitfotografie. Da er in Tartu wohnt, begleitete er uns durch die Stadt und hin und wieder hielten wir an schönen Ecken an, um Fotos zu machen. Es war ein wunderbarer Tag und wir hatten wirklich viel Spaß.

Sten Lauba Photography
Sten Lauba Photography

Ahhaa Science Center Tartu

Da wir schließlich nicht das ganze Wochenende nur laufen und essen konnten, gingen wir in das Ahhaa Entdeckerzentrum. Eigentlich denkt man ja, dass es für Kinder gemacht ist. Ich war auch erst skeptisch, als ich hineinkam. Allerdings ist es auch für Erwachsene wirklich toll dort. Es gibt so viel zu sehen und zu erleben, dass man locker drei oder vier Stunden Zeit verbringen kann. Zum einen kann man schwierige Puzzleteile zusammensetzen, man kann Tornados und Wellen erzeugen, es gibt eine Körperwelten-Ausstellung, einen Wasserfall, den man mit verschiedenen Mustern programmieren kann, eine Seilbahn, auf der man mit dem Fahrrand an die andere Seite gelangt und so weiter. Auf spielerische Weise wird einem Physik, Chemie, Mathematik und Biologie näher gebracht und ich hätte es ja nicht für möglich gehalten - man hat sogar Spaß dabei.

Am Abend ging es in einen Pub, der riesig war. Es ist früher eine Fabrikshalle Fabrikshalle gewesen und mit dem alten Gemäuer wirkte das Restaurant/der Pub sehr urig. Ich stellte fest, dass auch in Estland das Oktoberfest zelebriert wird und kam an Bier und Pilzsuppe nicht vorbei.

Am Sonntag schlenderten wir nach einem französischen Frühstück noch einmal durch die Stadt, kauften etwas im "kaubamaja" (Einkaufszentrum) ein, ich fand ein paar hübsche Postkarten und dann ging es mit dem Zug wieder zurück nach Tallinn. Ein gelungenes Wochenende!

Wie ich meine letzten regnerischen Tage in Tallinn verbracht habe und was es da noch zu sehen gab, das könnt ihr bald im letzten Teil lesen. 

Tartu train station
Tartu train station

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